Hier sind die fünf Dinge, die Sie über die Quoten vom Samstag wissen müssen:
1. Italiens Kraftreserven-Triumph über England sahen über 7 Mio.
Arena Amazonia heißt das Stadion in Manaus, in dem die Engländer in der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen den Gruppengegner Italien antraten, und das reichte eigentlich schon aus als kleine Vorschau auf die zu erwartenden Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit, die das Spiel zur besonderen Herausforderung machten. Nach dem 1:1 zur Pause schoss Mario Balotelli die Italiener in der zweiten Halbzeit vor durchschnittlich 7,49 Mio. Zuschauern ab 3 Jahren zum Sieg. 3,74 Mio. Zuschauer waren zwischen 14 und 49 Jahren. Das sind erwartungsgemäß deutlich niedrigere Werte als die Topspiele am Donnerstag und Freitag erzielten, angesichts des späten Anpfiffdatums um Mitternacht jedoch ein Erfolg. Die Marktanteile des Ersten lagen bei 56,6% und 58,0%.
2. Costa Rica überrascht Uruguay, aber vor unter 10 Mio. Zuschauern
Die erste große Überraschung dieser WM lieferte vorher Costa Rica mit seinem Sieg über den Favoriten Uruguay, und das auch noch mit zwei Toren Vorsprung. Mit 9,42 Mio. Zuschauern ab 3 Jahren reichte die Begegnung ganz klar nicht an die Abendspiele der Vortage heran, der Marktanteil lag bei 34,2%. In der Halbzeitpause kamen die „Tagesthemen“ auf 8,57 Mio. Das Vorabendspiel Kolumbien – Griechenland sahen bereits 7,14 Mio. (39,9%) – und damit knapp weniger als das Spiel England – Italien in der Nacht. Im jüngeren Publikum ist der Abstand viel größer: 2,79 Mio. (44,7%) hatten am Vorabend eingeschaltet, also fast eine Mio. weniger als beim England-Spiel. Die meisten jungen Zuschauer sahen am Abend die Niederlage Uruguays (4,21 Mio. und 41,5%). Die Werte für das 3-Uhr-Spiel Elfenbeinküste – Japan liegen wegen der späten Sendezeit erst am Montag vor.
3. „Wilsberg“ im ZDF war stärkstes WM-Alternativporogramm
Das ZDF kann sich freuen: Nachdem der Sender in den ersten beiden WM-Tagen zweimal um die 15 Mio. Zuschauer zu sich holen konnte, profitierten die Mainzer am Samstag nun von den niedrigeren Werten des 21-Uhr-Spiels, das im Ersten lief. Die Wiederholung „Wilsberg: Gefahr in Verzug“ erwies sich mit 5,0 Mio. Zuschauern ab 3 Jahren jedenfalls als adäquates Gegenprogramm – auch wenn wegen diverser WM-Moderationen, die einzeln gewertet wurden, am Ende nur Platz 11 drin war (18,5% Marktanteil). Auf 3,86 Mio. kam später noch „Ein starkes Team“ (14,4%), und am Vorabend sicherte sich „Der Bergdoktor“ 2,36 Mio. Zuschauer. Auf eher überschauberes Interesse stieß am Vormittag im Ersten übrigens die Übertragung der Militärparade zum 88. Geburtstag der Queen: 0,91 Mio. Zuschauer ab 3 Jahren hatten „Zu Ehren der Königin“ eingeschaltet. Mit gerade mal 1,66 Mio. und 6,1% schaffte es RTL in die Top 20 des Gesamtpublikums, und zwar dank „Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter“. Etwas mehr Zuschauer (2,11 Mio.) hatte „RTL aktuell“.
4. RTL, ProSieben und ZDF im jungen Publikum auf demselben Niveau
Während „Wilsberg“ bei den 14- bis 49-Jährigen als Alternativprogramm ebenfalls die Nase vorn hatte (1,63 Mio. und 11,5%), waren bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern die RTL-Drachenreiter nach dem Fußball am erfolgreichsten – falls man bei 0,77 Mio. jungen Zuschauern und 8,1% noch von Erfolg sprechen kann. 0,68 Mio. sahen zur gleichen Zeit „Sex and the City – Der Film“ auf ProSieben, das sich aber mit 7,1% begnügen muss. Im ZDF kam „Wilsberg“ wegen der kürzeren Sendezeit trotz weniger Zuschauern (0,67 Mio.) auf 7,3 %.
5. kabel eins ohne große Verluste, Sat.1 hat knappen Vorsprung mit „Braveheart“
In der Reihe „Sätze, die Sie nie wieder lesen werden“ folgt nun ein besonders exotischer: Bei kabel eins waren die „kabel eins news“ am Samstag die meistgesehene Sendung im jungen Publikum. Und zwar mit 630.000 14- bis 49-Jährigen (und 14,3%) um kurz nach halb fünf. Trotz geringer Zuschauerzahlen gehen die Marktanteile für „Navy CIS“ am Abend angesichts der starken Verluste bei der Konkurrenz in Ordnung (5,7% bis 5,8%) – und waren nur knapp vom Schwestersender Sat.1 entfernt, der sich bei den kabel-eins-Kollegen Mel Gibsons „Braveheart“ ausgeliehen hatte und damit 6,5% Marktanteil in der jungen Zielgruppe schaffte (0,61 Mio.). RTL II hatte am Samstagabend zum ersten Mal richtig deutlich unter der WM zu leiden und holte nur 3,9% mit „Stadt der Engel“ (0,37 Mio.), das Fantasydrama „Hinter dem Horizont“ erzielte danach 3,4%.
Achtung: Ab sofort finden Sie bei MEEDIA täglich die Top 20 des Gesamtpublikums, der 14- bis 49-Jährigen und der 14- bis 59-Jährigen. Eine Liste aller Quoten-Analysen der Vergangenheit finden Sie immer an dieser Stelle.